Ich möchte Ihnen mit folgenden Artikeln kurz und auf den Punkt gebracht Ratschläge und Tipps zu unterschiedlichen medizinischen Problemen geben.
So haben Sie einfache „Werkzeuge“ an der Hand, um bereits zu Hause mit einem medizinischen Problem gut umgehen zu können. Weiters sollen Sie leichter einschätzen können, ob ein Arzt gebraucht wird oder nicht.
Wir starten mit dem Thema Verbrennungen zu Hause:
Verbrennung - Verbrühung
Es passiert so schnell: der ausgeschüttete Topf mit kochendem Wasser, der Griff auf heiße Oberflächen, die Stichflamme beim Entzünden des Grillers. Was tun?
Was ist der Unterschied zwischen Verbrennung und Verbrühung?
Die Verbrennung entsteht durch Flammen oder heisse Gegenstände während Verbrühungen durch heisse Flüssigkeiten entstehen.
Man teilt eine Verbrennungen in unterschiedliche Schweregrade ein. Abhängig von der Tiefe und der Ausdehnung der Verbrennung. So kann auch besser abgeschätzt werden, ob eine Weiterbetreuung beim Arzt/im Krankenhaus notwendig ist.
Grad 1: Rötung, Schmerzen, keine Blasenbildung
Grad 2: Rötung, Blasenbildung (oft auch erst nach 1-2 Tagen in vollem Ausmasß erkennbar) schmerzhaft
Grad 3: gelb-braun-schwarz, schmerzlos, Schädigung der Haut, Unterhautfettgewebe u ev. Muskulatur
Für die Abschätzung der Ausdehnung der Verbrennung gibt es eine einfache Regel:
Die Handflächenregel:
Eine Handfläche entspricht ca 1% der Körperoberfläche. Bei Kindern oder Säuglingen muss man sich dazu aber die Größe der kindlichen Hand vorstellen.
Die 9-er Regel:
Eine 2. Möglichkeit ist die 9-er Regel. Hier werden die Körperoberflächen in 9-er Schritten eingeteilt:
- ein Arm 9%,
- Kopf 9%
- Oberkörper vorne 18%
- Rücken 18%
- etc.
Achtung: Kinder haben eine im Vergleich zum Körper größere Kopfoberfläche.
Was sind nun die Erstmaßnahmen?
Eigentlich ganz logisch und viele wissen es auch:
sofortige Abkühlung der verbrannten Körperoberfläche mit kühlem (nicht eiskaltem) Leitungswasser (Umschläge, Eintauchen, Abduschen) für etwa 15 min. Sollte nichts anderes vorhanden sein auch Fluss-oder Seewasser. Entfernung der Bekleidung, wenn leicht möglich.
Bitte nicht (vor allem bei Kindern) minutenlang in die eiskalte Dusche oder Badewanne – Kinder (vor allem Säuglinge) kühlen sehr schnell aus!
Sterilen, nicht haftenden Verband anlegen. Sollten keine nicht haftenden Verbände vorhanden sein, dann normalen sterilen Schutzverband verwenden und baldigst Verband mit Anti-Haft Beschichtung besorgen. Kein Pflaster verwenden!
Verbrannte Körperteile Hochlagern und darauf achten, dass kein zusätzlicher Druck ausgeübt wird.
Und natürlich dürfen und sollen Schmerzmittel gegeben werden! Alle Kindersäfte oder Zäpfchen die als schmerzstillend und fiebersenkend deklariert sind, sind dafür geeignet.
Der nächste Schritt ist abhängig von der Ausdehnung und Tiefe der Verbrennung.
Vor allem Kinder schnell von einem Arzt begutachten lassen.
Wenn man sich unsicher ist, ob ein Arzt notwendig ist – trotzdem in jedem Fall Erstbegutachtung beim Hausarzt oder Hausärztlicher Notdienst. Verbrennungen werden oft unterschätzt.
Ab wann direkt ins Krankenhaus?
Immer dann, wenn:
- verbrannte Körperoberfläche mehr als 10% beträgt
- bei Verbrennungen im Bereich von Gesicht, Genitale, Atemwege
- bei gleich erkennbare tiefe Verbrennungen
- bei Elektroverbrennungen
Und nicht vergessen: Tetanusschutz überprüfen (Impfpass mitnehmen)!

