Sommerzeit ist Zeckenzeit

Zecke auf der Hand

8 Fragen und Antworten zu den ungeliebten Blutsaugern

  1. Was sind Zecken eigentlich für Tiere?
    Zecken sind Spinnentiere, 8-beinig. Sie sind blutsaugende Parasiten, das heißt sie brauchen einen Wirt zum überleben. Die Gattung Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock) befällt den Menschen am häufigsten, aber auch die Hundezecke kann am Menschen parasitieren.
  2. Ab welcher Temperatur werden Zecken aktiv?
    Ab 5-7° geht`s los.
  3. Wo leben Zecken?
    Zecken sind „Lauerjäger“. Sie warten geduldig im Gras und auf Büschen auf vorbeikommende Wirte und krallen sich bei Kontakt blitzschnell an diese. Sie fallen nicht von Bäumen, wie landläufig oft immer noch geglaubt wird.
  4. Was tue ich nach einem Zeckenstich?
    Je früher die Zecke entfernt wird desto besser! Die Zecke wird mit einer Pinzette am „Hals“gepackt und zuerst unter Zug gehalten – dann lässt sie oft von selber los. Einfach gerade (nicht drehen) herausziehen. Dies kann man auch selber erledigen. Bitte nicht versuchen die Zecke abenteuerlich zu ersticken – mit Uhu, Nagelack oder Öl zB. Das „stresst“ den Blutsauger und kann die Infektionsgefahr durch zB Borrellien erhöhen.
    Die Hautstelle danach mit Desinfektionsmittel behandeln. Sollten doch Zeckenreste in der Haut verbleiben keine Panik. Dabei handelt es sich in d. Regel um einen Teil des Stechapparates. Dieser kleine Fremdkörper wird meist von selbst nach einiger Zeit abgestoßen. Bitte die herausgezogene Zecke entsorgen. Am besten in ein Taschentuch einschlagen und mit zB einem Glas fest darüberstreichen. Zecken sind Überlebenskünstler. Sie überleben zB einen 40° Waschgang problemlos.
  5. Wann brauche ich einen Arzt?
    Sollte sich die Stichstellen infizieren, gerötet geschwollen und schmerzhaft sein oder eine größere Hautrötung auftreten, auch nach längerer Zeit, soll ein Arzt konsultiert werden. Natürlich ist auch der Impfschutz bzgl. FSME zu kontrollieren.
  6. Was ist FSME?
    Frühsommer-Meningoencephalitis
    Ist eine von Zecken übertragene Gehirn-u Hirnhautentzündung. Nach einer Inkubationszeit von 3 Tagen – 3 Wochen treten zuerst leicht grippeähnliche Symptome auf. Nach Beschwerdefreiheit von ca 8 Tagen neuerlicher Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Bewußtseinsstörungen, Lähmungen. Es gibt kein spezielles Medikament gegen diese Erkrankung. Sie kann in bis zu 10% der Fälle tödlich enden.
  7. Bin ich noch FSME geschützt?
    Im Zweifel Impfpass Kontrolle beim Arzt!
    Grundsätzlich gilt: 3-teilige Grundimmunisierung im Abstand von 1-2 Monaten (2. Teilimpfung) und 1 Jahr (3. Teilimpfung)Nach abgeschlossener Grundimmunisierung 1. Auffrischung nach 3 Jahren, dann alle 5 Jahre. Personen > 60J wieder alle 3 Jahre.
    Besteht eine vollständige Grundimmunisierung muss in der Regel – auch nach längerem Impfabstand – nicht wieder von vorne begonnen werden. Eine Auffrischung mit darauffolgender Titerkontrolle reicht im Normalfall.
  8. Was ist Borrelliose?
    Zecken können auch eine andere Erkrankung – die Borrelliose – übertragen.
    Erreger: Borrellia burgdorferi (schraubenförmiges Bakterium).
    Die Erkrankung kann in mehreren Stadien verlaufen.
    Im Anfangsstadium kommt es häufig zum Auftreten der sogenannten „ Wanderröte“ Erythema chronidum migrans. An der Zeckenstichstelle zuerst häufig ein Knötchen mit folgend zunehmender ovalärer Rötung die zentral abblasst. Durchmesser über 5cm.Hier ist eine antibiotische Behandlung angezeigt um Spätstadien der Erkrankung, die die Gelenke und das Nervensystem betreffen können, zu verhindern.